Das Putzen gehört zu den Gesten, die man wiederholt, ohne sich unbedingt zu fragen warum oder in welcher Reihenfolge. Dabei leistet dieser Moment, richtig gemacht, weit mehr als Staub entfernen: er pflegt die Haut, zeigt kleine Verletzungen, bevor sie schlimmer werden, und baut echte Verbundenheit mit dem Pferd auf. Hier ist unser ausführlicher Guide fürs effiziente Putzen, mit dem richtigen Material, der richtigen Routine und natürlicher Pflege, die die Arbeit am Fell verlängert.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Das Putzen reinigt das Fell, regt die Durchblutung an und lässt dich jede Auffälligkeit an der Haut entdecken.
- Du folgst einer klaren Reihenfolge: Hufe, Striegel, Kardätsche, weiche Bürste, dann abschliessendes Polieren.
- Sauberes, gut getrocknetes Material verhindert die Übertragung von Hautproblemen von einem Pferd aufs andere.
- Feuchtigkeitsspendende Naturpflege verlängert das Putzen und hält das Fell über die Jahreszeiten geschmeidig und leuchtend.
- Ein Pferd, das plötzlich empfindlich aufs Putzen reagiert, verdient den Blick einer Tierärztin oder eines Osteopathen.
Warum das Putzen des Pferdes unverzichtbar ist
Die erste Aufgabe des Putzens ist die Hygiene. Indem du Staub, Schlamm, getrockneten Schweiss und totes Haar entfernst, vermeidest du Reizungen unter dem Zaumzeug und hältst die Haut gesund. Der Nutzen geht aber viel weiter. Die Bewegungen von Striegel und Kardätsche fördern die Durchblutung unter der Haut und tragen zur Muskeltonisierung bei, ein bisschen wie eine tägliche Massage. Über die Sauberkeit hinaus richtet sich gutes Putzen nach den Reaktionen des Pferdes und wird zu einem echten Moment gemeinsamen Wohlbefindens.
Das Putzen ist auch eine getarnte Gesundheitskontrolle. Wenn du mit Händen und Bürsten den ganzen Körper abgehst, entdeckst du eine kleine Wunde, ungewöhnliche Wärme, eine Schwellung, den Beginn einer Dermatitis oder eine Scheuerstelle vom Sattelgurt. Früh erkannt, lassen sich diese Auffälligkeiten viel leichter behandeln.
Schliesslich zählt diese gemeinsame Zeit enorm für die Beziehung. Das Pferd lernt, sich überall anfassen zu lassen, Vertrauen zu fassen, und viele Pferde schätzen dieses Ritual am Ende genauso wie ihre Reiterin oder ihr Reiter. Es ist ein ruhiger Moment ohne Leistungsdruck, in dem du lernst, dein Tier zu lesen.

Das Grundmaterial einer Putzbox
Du brauchst kein kompliziertes Arsenal, um gut zu putzen. Eine durchdachte Box reicht völlig, wenn du die richtigen Werkzeuge für jeden Schritt hast.
- Der Hufkratzer : unverzichtbar zum Reinigen von Sohle und Strahl. Ein Modell mit integrierter kleiner Bürste ist praktisch.
- Der Striegel (am besten aus Gummi): er löst getrockneten Schlamm und fest sitzenden Staub, vor allem an Hals, Schultern und Kruppe. An feinen Gliedmassen und knöchernen Stellen lässt du ihn weg.
- Die Kardätsche : diese Bürste mit mittelharten Borsten entfernt den vom Striegel hochgeholten Schmutz. Sie ist das zentrale Werkzeug beim Putzen.
- Die weiche Bürste : zum Glätten des Haars, für Kopf und empfindliche Stellen und für einen ersten Finish.
- Das Staubtuch oder Polierhandschuh: der letzte Durchgang, der den Glanz hervorholt.
- Die Schwämme : einer für Augen und Nase, ein anderer für den Sattelgurtbereich und unter dem Schweif. Die beiden mischst du nie.
- Kämme und Mähnenbürsten : zum Entwirren von Mähne und Schweif, ohne das Haar zu brechen.

Die Pflege des Materials wird viel zu oft vernachlässigt. Verkrustete Bürsten legen Schmutz wieder auf sauberes Haar und können als Bakterienreservoir dienen. Reinige Striegel und Kardätschen regelmässig, entferne angesammelte Haare und lass alles an der Luft trocknen. Dieser Hygienepunkt ist kein Nebenschauplatz: eine gut geführte Putzroutine[1] legt Wert auf regelmässiges Reinigen und Trocknen des Materials, um Bakterienwachstum und die Übertragung von Hautproblemen zwischen Pferden zu vermeiden.
Eine Bürste pro Pferd, so weit wie möglich
Wenn du Material im Stall teilst, solltest du wissen, dass Flechte, Räude und andere Hautprobleme leicht über Bürsten übertragen werden. Bei Zweifel an der Haut eines Pferdes isolierst du sein Material und desinfizierst es, bevor es an einem anderen Tier zum Einsatz kommt.
Die Schritte des Putzens in der richtigen Reihenfolge
Die Reihenfolge beim Putzen ist kein Dekor: sie geht vom Gröbsten zum Feinsten, damit nie wieder Schmutz auf bereits gereinigtes Haar gelangt.
Das komplette Putzen, Schritt für Schritt
Hufe auskratzen
Heb jeden Huf an und reinige Sohle und Strahl von der Spitze zur Trachte. Jetzt prüfst du den Zustand der Eisen, des Horns und ob Fremdkörper oder unangenehmer Geruch fehlen.
Striegel einsetzen
In kleinen Kreisen über die grossen Muskelpartien (Hals, Schultern, Rücken, Kruppe) löst du Schlamm und Staub. An feinen Stellen bleibst du leicht und die unteren Gliedmassen lässt du aus.
Kardätsche einsetzen
Mit festen Bewegungen in Haarwuchsrichtung entfernst du den hochgeholten Schmutz. Ab und zu klopfst du die Bürste am Striegel aus.
Weiche Bürste, Kopf und empfindliche Stellen
Du glättest das Haar und arbeitest behutsam an Kopf, Bauch und Sattelgurtbereich. Jetzt kommen auch die Schwämme für Augen, Nase und die Schweifregion zum Einsatz.
Abschliessendes Polieren
Staubtuch oder feuchter Handschuh lassen das Fell glänzen und nehmen den letzten Staub mit. Eine feuchtigkeitsspendende Pflege perfektioniert diesen Finish.
Plane etwa fünfzehn Minuten für sorgfältiges Putzen ein, etwas mehr, wenn das Pferd voller Schlamm zurückkommt. Nach der Arbeit reicht oft ein schnelles Putzen, um den Schweiss zu entfernen und zu prüfen, ob unter dem Material keine Verletzung entstanden ist.
Fellpflege im Lauf der Jahreszeiten
Das Fell braucht im Januar nicht dieselbe Pflege wie im Juli. Im Winter wird das Haar dichter und der Talg schützt vor Kälte und Nässe: du putzt sanfter, um die Haut nicht zu entfetten, und vermeidest Bäder. Im Frühling macht der Fellwechsel das Putzen zur Intensivsession, Striegel und Kardätsche werden deine besten Verbündeten, um den Abwurf des Winterhaars zu beschleunigen. Im Sommer ist das Fell feiner und glänzender, aber Reitplatzstaub, Schweiss und Reibung vom Material machen es schnell stumpf.

Um Glanz zurückzubringen, ohne das Haar anzugreifen, hydratisierst du die Faser lieber, statt sie nur zu überziehen. Das ist der ganze Unterschied zwischen klassischem Glanzspray und natürlicher Pflege: Silikone geben einen sofortigen optischen Effekt, bilden aber eine Barriere, die nachfolgende Pflege nicht eindringen lässt, während eine feuchtigkeitsspendende Formel das Haar von innen nährt. Wenn das Fell deines Pferdes leblos wirkt, beschreibt unser Artikel zu stumpfem Fell und der Rückkehr des Glanzes Ursachen und Lösungen im Detail.

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Unsere Wahl, um das Putzen zu verlängern: eine 100% natürliche Formel mit Hydrolaten und leichten Pflanzenölen, die die Faser hydratisiert und das Entwirren erleichtert, ohne klebrigen Belag unter dem Sattel.
Für eine gründlichere Reinigung, wenn das Fell wirklich schmutzig ist, bleibt ein Bad die Referenz, vorausgesetzt du nutzt ein Produkt, das zur Pferdehaut passt. Ihr Haut-pH ist saurer als unserer, und Haushaltsseife oder Spülmittel stören die Hautbarriere. Ein Shampoo mit reiner Olivenölseife wäscht sanft und respektiert den Schutzfilm.
Das Fell je nach Saison reinigen
| Situation | Passende Methode | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Winter, Kälte | Trocken putzen + gezieltes Trockenshampoo | Täglich, Bad vermeiden |
| Frühlings-Fellwechsel | Intensiv Striegel und Kardätsche | Verstärkte Einheiten |
| Sommer, schmutziges Fell | Bad mit mildem Shampoo + feuchtigkeitsspendende Finish-Pflege | Gelegentlich, an milden Tagen |
| Vor einem Ausritt | Komplettes Putzen + Glanzspray | Bei Bedarf |
Wenn duschen nicht möglich ist, wegen der Temperatur oder fehlendem Wasseranschluss, übernimmt die Trockenreinigung. Unser Guide zum Pferd ohne Wasser mit Trockenshampoo waschen erklärt, wie du das Fell auch mitten im Winter sauber hältst.
Was ist Fellwechsel?
Gezielte Pflege: Langhaar, Kopf, Augen und Ohren
Das Fell ist nur ein Teil der Arbeit. Langhaar, Kopf und die muskuläre Erholung verdienen eigene Aufmerksamkeit.
Mähne und Schweif entwirrt man sanft, Strähne für Strähne, von unten nach oben, damit das Haar nicht bricht. Eine Entwirrungspflege erleichtert den Griff und begrenzt das Ausreissen. Wir erklären die Methode in unserem Artikel zum Entwirren von Mähne und Schweif.
Augen und Ohren bleiben oft ausserhalb der Routine, obwohl sie stark Staub, Wind und Insekten ausgesetzt sind. Eine vorbeugende Pflege am Ende des Putzens verhindert Ablagerungen, die Unbehagen und kleine Reizungen verursachen. Du reinigst das Auge mit einer sterilen Kompresse, vom inneren zum äusseren Winkel, eine Kompresse pro Auge, und nur das sichtbare äussere Ohr, ohne jemals in die Tiefe zu gehen.

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Die muskuläre Erholung ergänzt idealerweise das Putzen nach der Anstrengung. Eine Massage hilft, Stoffwechselabfälle abzubauen, verbessert die lokale Durchblutung und lässt Spannungszonen erkennen, bevor sie chronisch werden. Anzeichen von Anspannung gibt es oft: Ohren nach hinten beim Satteln, Widerstand bei Berührung, Schwierigkeiten, den Hals zu senken.

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L'avis de Priscilla Montangon
Infirmière urgentiste
Beim Putzen behalte ich immer eine Hand, die beobachtet, während die andere bürstet. Wenn du mit den Fingern über den Rücken, den Sattelgurtbereich und die Beine fährst, spürst du Wärme, eine Verspannung oder eine kleine Wunde, noch bevor du sie siehst. Nimm dir Zeit, mit den Augen und Ohren abzuschliessen, diese Zonen, die man schnell vergisst: fünf Minuten reichen, und das Pferd dankt es dir mit mehr Komfort. Und wenn an einer Stelle eine Empfindlichkeit auftaucht, wo vorher keine war, ist das ein Signal, das du ernst nehmen und abklären lassen solltest.
Das Putzen an empfindliche Pferde anpassen
Manche Pferde verkrampfen sich beim Putzen, schlagen mit dem Schweif oder legen die Ohren an. Bevor du das als schwieriges Temperament siehst, solltest du die Ursache suchen. Ein kitzliges Pferd beruhigt sich mit langsameren Bewegungen, weichen Werkzeugen und einer Hand, die die Bürste an reaktiven Stellen wie Bauch und Flanken ersetzt. Beobachte seine Reaktionen, um seine empfindlichen Punkte zu kartieren und den Druck anzupassen.
Reaktive Haut und Dermatitis erfordern besondere Vorsicht. Vermeide harte Bürsten auf empfindlichen Stellen, bevorzuge milde Produkte mit angepasstem pH-Wert und achte auf Rötungen, Krusten oder Juckreiz. Ein gutes minimalistisches Shampoo hilft, eine bereits fragile Haut nicht zusätzlich zu belasten.

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Wann du eine Fachperson konsultieren solltest
Eine neue Empfindlichkeit beim Putzen, besonders am Rücken oder im Sattelgurtbereich, kann auf Muskelschmerzen, schlecht sitzendes Material oder ein zugrunde liegendes Problem hinweisen. Ebenso rechtfertigen eine sich ausbreitende Hautläsion, anhaltende Krusten oder starker Juckreiz den Rat einer Tierärztin. Das Putzen hilft beim Erkennen, es ersetzt keine Diagnose.
Für eine komplette Routine vom Bad bis zur Finish-Pflege vereint die Box Skincare die sanfte Reinigung und die feuchtigkeitsspendende Pflege in einer stimmigen Logik: das eine bereitet das Fell vor, das andere lässt es strahlen.

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Kurz zusammengefasst
Das Putzen des Pferdes beruht auf drei Säulen: einer guten Hygiene, die Haut und Fell schützt, einer Reihenfolge der Schritte vom Gröbsten zum Feinsten und einer aufmerksamen Beobachtung, die dieses Ritual zur täglichen Gesundheitskontrolle macht. Sauberes Material, natürliche und der Saison angepasste Pflege sowie besondere Aufmerksamkeit für Kopf, Langhaar und muskuläre Erholung runden das Bild ab. Es ist diese Regelmässigkeit, mehr als ein einzelnes Produkt, die ein gesundes Pferd, ein glänzendes Fell und eine vertrauensvolle Beziehung erhält.


